Montag, 12. November 2018

Effizienz sollte zielführend sein

Warum schreibe ich, dass Effizienz zielführend sein soll? Nun, nur zu oft sehe ich Beispiele, wo etwas effizienter werden soll, obwohl dies nicht unbedingt zum gewünschten Ziel führt. Ein verständliches Beispiel sind Anzündkamine beim Grillen. Diese helfen dabei, die Holzkohle/Grillbriketts schneller durchzuerhitzen. Wenn das Ziel ist, möglichst schnell mit dem Grillen beginnen zu können, so können diese eine geeignetes Mittel zur Effizienzsteigerung sein. Möchte man hingegen entspannt und entschleunigt zusehen, wie sich die Glut entwickelt und das Grillflair genießen, könnten sie hinderlich sein, das Grillerlebnis zu verbessern.

Hieran sieht man auch schon, dass das Ziel einer Person nicht unbedingt das Ziel einer anderen Person sein muss. Außerdem kann man erkennen, dass es unter Umständen auch mehrere Zielvariablen gibt und nicht nur eine einzige. Beispielsweise versucht man mitunter, dass neue Häuser immer energieeffizienter werden, indem sie immer stärker gedämmt und abgeschottet werden. Hierdurch kann dann mitunter die Feuchtigkeit schlechter entweichen, was wiederum zu Schimmel führen kann. Hier konkurrieren dann die Ziele von möglichst niedrigem Energieverbrauch und angenehmen Wohnklima, möglichst ohne Schimmel.

Es hilft also nichts sich irgendwelche Kennzahlen zu nehmen und diese immer weiter zu optimieren, wenn die Ziele hinter den Kennzahlen nicht klar sind bzw. nicht alle Ziele durch Kennzahlen abgebildet werden können. Vielmehr muss man sich zuerst des gewünschten Zieles/Ziele klar werden, um danach zu überlegen wie dieses möglichst effizient erreicht werden kann. Hierzu gehört es auch, die Ziele klar zu definieren und nicht einfach nur zu sagen, dass etwas in eine bestimmte Richtung maximiert/minimiert werden soll.

Möchte man beispielsweise Abnehmen, um sich danach fit zu fühlen und besser auszusehen, sollte man also definieren, was das Endgewicht ist und über welchen Zeitraum abgenommen werden soll. Bestimmt man nur, dass man maximal Abnehmen möchte, ist es eine effiziente Strategie nichts mehr zu essen und nur noch Sport zu treiben. Hört man hiermit nicht irgendwann auf (Ziel erreicht), führt dies unweigerlich zum Tod, womit man sich nicht unbedingt fitter fühlt. Ähnlich makaber wäre die ebenfalls effiziente Strategie sich die Gliedmaßen abzuhacken, aber mit ähnlichen vielleicht ungewollten (aber vorher nicht definierten) Folgen. Aber auch bei einer üblicheren Abnahmestrategie kann es dazu kommen, dass die Gewichtsabnahme zu schnell erfolgt und überschüssige Haut am Bauch entsteht, die sich nicht schnell genug zurückbilden kann. Damit wäre auch das Ziel des besseren Aussehens nicht erreicht. Obwohl also die eigentlichen Ziele nicht erreicht wurden, erfolgte die Gewichtsabnahme dennoch recht effizient.

Natürlich ist dieses Beispiel sehr simpel, aber auch hier erkennt man schon, dass selbst bei sehr simplen Dingen Fallstricke entstehen können. Bei komplexeren Dingen wird es sicherlich nicht einfacher. Auch sieht man, dass man nicht alles optimieren kann. Ist beispielsweise auch die Schnelligkeit der Abnahme ein Ziel, so kann dies mitunter dem guten Aussehen wie beschrieben abträglich sein, wenn nicht eine gewisse Zeit für die Anpassung der Haut eingplant wird. Also bei den nächsten Effizienzplanungen erst die Ziele möglichst sinnvoll, genau und größenmäßig (sofern möglich) festhalten und auch sich beeinflussende Ziele erkennen und eine erträgliche Balance zwischen diesen finden bevor es an die Effizienzsteigerung gehen kann.

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